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ferment 1/2015; S. 48


Wie das Göttliche präsent wird

Als Silberschmiedin gestaltet Barbara Amstutz sakrale und profane Geräte. Vor allem aber restauriert sie Objekte wie Kelche, Patenen oder Weihrauchgefässe. Sakralgegenstände sprächen eine eigene Sprache, die Menschen die Präsenz Gottes erahnen liessen, meint die Kunstschaffende. Ihre Schalengruppe Müstair wurde mit dem Prix Jumelles 2014 ausgezeichnet.

Die handwerklichen Techniken des Silberschmiedens sind es, die Barbara Amstutz besonders reizen. «Metall ist ein Werkstoff, der sich im flüssigen und festen Aggregatzustand bearbeiten lässt: Ich kann Silber schmelzen, giessen, löten oder kalt bearbeiten.» Sie liebt das stundenlange Treiben einer Schale aus dem edlen Metall. Beim Drehen der Scheibe und beim Hämmern des Materials müsse sie sehr präsent und konzentriert sein und präzise auf den Punkt arbeiten. Bei dieser meditativen Tätigkeit erfahre sie etwas vom Innersten dieses Werkstoffes. «Das Metall bietet mir Widerstand und aufgrund seiner guten Formbarkeit gleichzeitig eine grosse Freiheit, es zu formen.»

Am Thema Religion interessiere sie, wie Menschen ihre Sehnsucht nach dem Göttlichen ausdrücken und diese liturgisch feiern würden. Dabei könnten die Schönheit und Ästhetik sakraler Gegenstände helfen. «Religiöse Kunst spricht eine eigene Sprache, die uns etwas von der Präsenz Gottes erfahren lässt.»

Wenn sie im Auftrag einer Kirchgemeinde ein Wandkreuz oder Abendmahlsgeräte fertigt, ist ihr der Bezug zum Kirchenraum, wo diese Objekte ausgestellt oder benutzt werden, sehr wichtig, so wie auch die Vorstellungen ihrer Auftraggeber. Vonseiten der Kirchgemeinden wünscht sie sich Aufmerksamkeit und Interesse für das sakrale Gerät, das sie in ihren Gottesdiensten verwenden und dass sie sich Fragen stellen wie: In welchem Zustand sind unsere Kelche oder Patenen? Passen sie zu unserem Kirchenraum und zu der Art, wie wir Gottesdienste feiern?

Ein besonderes Projekt der Künstlerin, für das sie mit dem Prix Jumelles 2014 ausgezeichnet worden ist, sind ihre Müstairschalen – eine Gruppe von zwölf Gefässobjekten aus Silber, patiniertem Kupfer und Messing. Bei dieser freien Arbeit habe sie sich von dem spätgotischen Deckengewölbe der Klosterkirche St. Johann in Müstair inspirieren lassen. «Auf mich wirken diese Deckengewölbe wie Schalen – Gefässe der Andacht, der Gebete und des Gesangs, Gefässe der religiösen Handlung im Kirchenraum.»

Andreas Baumeister


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