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Der Feinschmecker 3/2014; S. 86/87


Schimmernde Schätze

Die Schweizer Silberschmiedin Barbara Amstutz fertigt nach den Regeln alter Handwerkskunst edle Becher, Schalen und Bestecke.

Wer sehen will, wie die Silberschätze von Barbara Amstutz entstehen, muss auf den Berg. Von Basel aus führt die halbstündige Autofahrt durch Schluchten und über Bäche, durch winzige Dörfer und an Wiesen mit Schwarzbraunen vorbei, Trecker mit Heuwagen tuckern einem entgegen – bis man schliesslich, oberhalb des Örtchens Reigoldswil, den auf 640 Metern gelegenen Eichenhof erreicht. Hier hat die Silberschmiedin ihre Werkstatt (...).

Die 43-jährige Schweizerin fertigt aus dem Edelmetall kunstvolle, bisweilen sakral anmutende Gegenstände für Küche und Tafel: gewölbeförmige Schalen, filigrane Becher und Kannen, zierlich-schlanke Bestecke, kostbare Gefässe für Essig, Öl, Butter und Zucker. Dabei bedient sie sich der uralten Techniken des Silberschmiedehandwerks. Sie treibt das Material, planiert es, montiert und lötet, feilt, poliert und patiniert. Mit Gehörschutz, Lederweste und derbem Schuhwerk hockt sie vor ihrem Werktisch. In Reichweite hängen Rund- und Spitzzangen, Zirkel, Pinzetten, Blechscheren und Feilen, auf Baumstümpfen warten Ambosse und Sägen auf ihren Einsatz, daneben die Drehbank (...). Das wichtigste Werkzeug hängt fein säuberlich nach Grösse sortiert in Holzgestellen: 30 verschiedene Hämmer. «Die brauche ich, um das Material zu treiben», sagt Barbara Amstutz. Ohne es vorher zu erhitzen, verformt sie dabei ein flaches Blech mit unzähligen Schlägen zu einem dreidimensionalen Gebilde, staucht, streckt oder verdichtet es, bis die endgültige Form erreicht ist.

Ihr Rohstoff kommt per Post auf den Berg, als 50 mal 50 Zentimeter grosse Platten, zwischen einem und vier Millimeter stark. Um ja nichts von dem teuren Material zu verschwenden, macht die Schmiedin zunächst eine Zeichnung, dann eine Form aus Pappe, später eine weitere aus Wachs oder Gips. Erst dann wagt sie sich ans Metall. (...) Bis zu 60 Stunden arbeitet sie an den raffinierten, unwiderstehlich schönen «Müstair»-Schalen (...). Sie sind den Gewölben der mittelalterlichen Klosterkirche Sankt Johann in Müstair im Kanton Graubünden nachempfunden (...). Am aufwendigsten ist die Fertigung von Besteck, das aus zehn Zentimeter langen und zwei Zentimeter breiten Rohlingen entsteht. «Ich muss den Stiel formen, die Zinken der Gabel aussägen, mit dem Kugelhammer die Löffelwölbung einschlagen, und das Finish mit Feilen, Schmirgeln, Schleifen und Polieren dauert (...).» 4000 Euro berechnet Barbara Amstutz für ein siebenteiliges Set. «Da kann man schon von Liebhaberpreisen sprechen, allerdings bekommt der Kunde dafür handgeschmiedete Unikate.»(...)

Christiane Osterhof


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