baam_head
10_10_weiss

Home
Restaurierung
Werkstattamstutz
Aktuell
KontaktEnglish_Version


BIOGRAFIE   |   PRESSE    |   KATALOGE 



PRESSEARTIKEL           zurück zur Übersicht
____________

formforum.ch 3/07. S. 10-12

Ihres Glückes eigene Schmiedin

Was macht eigentlich eine Silberschmiedin? Fertigt sie Silberschmuck an? Nein, sagt die Basler Silberschmiedin Barbara Amstutz mit Bestimmtheit. Werkstatt, Instrumente, Techniken, Produkte sind beim Silberschmieden ganz anders als beim Goldschmieden: Hier entstehen Objekte und Gebrauchsgegenstände wie Schalen, Bestecke, Kannen und Vasen.

Mit verschiedenen Hämmern und Eisen treibt und schmiedet sie aus einer flachen Silberplatte oder rechteckigen Silberstücken Kerzenständer, Schalen, Besteck, Becher, Weihgeräte. Das Goldschmieden sei eher mit der Arbeit eines Zahntechnikers, einer Zahntechnikerin zu vergleichen. Barbara Amstutz als Silberschmiedin hingegen arbeitet grob und gross – und doch präzise. (…)

Trends und Tradition

Barbara Amstutz macht Neuanfertigungen und Restaurationen. Zu den Neuanfertigungen zählen Traditionelles wie etwa Taufbecher – aber auch thematische Arbeiten wie ihr Kinderspiel, das 2006 an der Design Biennale Luzern zu bewundern war. Auch verfremdete traditionelle Objekte gehören dazu. So hat Amstutz etwa aus Ausgüssen von silbernen Teekannen Wandvasen kreiert.

Daneben die Restaurationen: Dank diesen Arbeiten bestreitet die Silberschmiedin letztlich ihre Existenz. (…) Barbara Amstutz macht diese Restaurationsarbeiten sehr gern. Sie hält dabei kostbare und nicht selten alte Objekte in Händen und habe überdies gewissermassen Zugang zu ihren Vorgängern: Man erkennt an den Objekten die Arbeitsspuren früherer Silberschmiede. Weiter stellt Barbara Amstutz viele ihrer Werkzeuge selber her.

Die Silberschmiedekunst hat eine alte und reiche Tradition – davon ist heute kaum noch etwas zu spüren. Der Handelswert einer Ware war bis weit übers Mittelalter hinaus ans Silber gebunden; das französische Wort argent für Geld zeugt noch davon. Der Schweizer Markt für Silber ist klein – aber immerhin: Er existiert.

Herrin über hundert Hämmer

Seit März 2006 hat Barbara Amstutz eine Werkstatt in einer stillgelegten Fabrik am Stadtrand Basels. Es ist eine beeindruckende Welt, die sich hier auftut, und wieder wird der Unterschied zwischen Gold- und Silberschmieden deutlich: Die Infrastruktur, die Barbara Amstutz für ihre Arbeit benötigt, ist viel, viel grösser, schwerer, lärmiger. Hier schmiedet sie mit vielen verschiedenen Hämmern, Ambossen und Treibeisen, die sie in Schraubstöcke spannt, hier lötet sie mit dem Brenner, arbeitet nach Bedarf an Ziehbank, Schleif- oder Poliermaschine. Dabei trägt sie oft Gehörschutz oder auch eine Schutzbrille. Viele dieser Instrumente hat sie vom Alteisenhändler oder auch von einer Autowerkstätte. (…) Etliche Instrumente sind sogar, wie gesagt, selber geschmiedet.

Mit den Händen sehen

Barbara Amstutz vergleicht ihre Arbeit auch mit dem Herstellen von Keramik. Hier dreht die Drehscheibe, die Hände formen. Beim Metalltreiben dreht die linker Hand, die rechte hämmert. So entsteht die Form. Dies sei nicht zuletzt, so gibt Amstutz zu bedenken, eine enorme Übungssache. Mit der Zeit sei es, so versichert die Silberschmiedin, als ob nicht nur die Augen, sondern auch die Hände sähen, ob ein Stück stimmig und schön sei. (…)


Katrin Burkhalter
_______________________________________________________

zurück zur Übersicht «Presseartikel»