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Retina, 2010 | Silber 925, getrieben und geätzt;
Ø 245 mm, h 28 mm
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Foto: Barbara Amstutz



RETINA

In eine leicht konvex und konkav gewölbte runde Scheibe aus Silber ist das Bild eines Augenhintergrunds eingeätzt, wie es sich bei einer Augenspiegelung zeigt: Wir erkennen die Retina, durchzogen von Adern, am Rand der Scheibe den etwas rauh strukturierten Gelben Fleck und in der Mitte spiegelnd den Ausgang des Sehnervs.

Die durch die Pupille in unser Auge einfallenden Lichtstrahlen treffen auf die Retina, die Netzhaut. Diese kleidet die gegen innen liegende Rückwand des Augapfels aus. Die lichtempfindlichen Zellen der Retina erzeugen Nervenimpulse. Diese Impulse gelangen über den Sehnerv in unser Gehirn, wo sie zu optischen Wahrnehmungen verarbeitet werden.

Beim Sehvorgang entstehen in unserem Gehirn Bilder und Farben, die uns Informationen über unsere Umgebung vermitteln. Sehen ist darüber hinaus jedoch auch ein komplexer Vorgang von Informationsvergleich und Erinnerungsabtausch. Sehen kann ausserdem Erleuchtung, Staunen und Erkenntnis auslösen.

Meine Arbeit «Retina» ist eine Hommage an das Auge, das Organ des Lichts.
Durch ihre flache, offene Form, das edle Material Silber und die Arbeitsspuren des Silberschmiedehammers erinnert die Schale an «vasa sacra», heilige Gefässe für den christlichen Gottesdienst.

Licht hat in der christlichen Tradition eine zentrale Bedeutung: Der erste Akt der Schöpfungsgeschichte ist die Trennung von Licht und Finsternis. Licht gilt als Emanation des Göttlichen. Im Licht offenbart sich das Göttliche. Indem das Auge Licht aufnimmt, wird es zu einem Gefäss für das Göttliche.


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